Mittwoch, 6. Juli 2011

Klaus Kinski - Jesus Christus der Erlöser


Jesus Christus Erlöser ist eine Rezitation von Klaus Kinski. Thema ist das Neue Testament, der vorgetragene Text ist von Kinski selbst verfasst. Ein Großteil des Textes ist direkt aus dem Neuen Testament übernommen, insbesondere werden Reden Jesu verwendet. Der Vortrag fängt mit den Worten „Gesucht wird Jesus Christus" an, aus der Perspektive einer polizeilichen Suche nach Jesus Christus. Kinski wechselt die Perspektive mehrmals und lässt neben Jesus auch andere Personen aus Jesu Umfeld zu Wort kommen. Kritische Passagen behandeln die katholische Kirche (insbesondere den Papst) und den Krieg in Vietnam.

Bekannt ist das Stück durch die kontroverse Uraufführung und indirekt durch das Verbot des Hörspiels 1999. Ausschnitte des Mitschnittes werden im Dokumentarfilm Mein liebster Feind gezeigt. Einzelne Zuschauer provozieren Kinski mit Zwischenrufen und stören die Vorstellung, emotional beschimpft Kinski diese und bricht die Veranstaltung ab, um Stunden später nochmal von vorne anzufangen und vor stark reduziertem Publikum den Monolog komplett vorzutragen.

Quelle: http://www.youtube.com/user/fnordist

Kommentare:

  1. "Ihr habt gehört, dass gesagt ist: "Auge um Auge, Zahn um Zahn." Ich aber sage euch, dass ihr nicht widerstreben sollt dem Übel, sondern: wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch dar. Und wenn jemand mit dir rechten will und dir deinen Rock nehmen, dem lass auch den Mantel. Und wenn dich jemand nötigt, eine Meile mitzugehen, so geh mit ihm zwei."

    Jesus von Nazareth

    Das obige Zitat ist so gut wie alles aus dem neuen Testament der Bibel, dessen wirkliche Bedeutung noch zu erkennen ist, wenn wir es mit dem folgenden Zitat aus dem bedeutendsten makroökonomischen Grundlagenwerk der Moderne, "Die Natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld", vergleichen:

    "Man sagt es harmlos, wie man Selbstverständlichkeiten auszusprechen pflegt, dass der Besitz der Produktionsmittel dem Kapitalisten bei den Lohnverhandlungen den Arbeitern gegenüber unter allen Umständen ein Übergewicht verschaffen muss, dessen Ausdruck eben der Mehrwert oder Kapitalzins ist und immer sein wird. Man kann es sich einfach nicht vorstellen, dass das heute auf Seiten des Besitzes liegende Übergewicht einfach dadurch auf die Besitzlosen (Arbeiter) übergehen kann, dass man den Besitzenden neben jedes Haus, jede Fabrik noch ein Haus, noch eine Fabrik baut."

    Silvio Gesell

    Alles Weitere erklären "Die 7 Siegel der Apokalypse":

    http://www.deweles.de/files/apokalypse.pdf

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  2. Kinski zum 1.Zwischenrufer: „ER (Jesus Christus) hat ihm mit der Peitsche in die Fresse gehauen, du dumme Sau!“
    Nein, das hat er nicht. Das ist eindeutig eine falsche Aussage. An dieser Stelle liegt Kinski falsch, da gab er ein schiefes Bild von Jesus und mit einem solchen unbeherrschten Ausbruch zerstörte er seinen zuvor zwar zugespitzten – aber zutreffenden Vortrag selbst. Zugegeben, die Zwischenrufe waren teilweise auch bewusst provozierend, aber es lag an Kinski selbst, darauf souverän zu reagieren. Stattdessen rastete er aus...
    Jesus – im Gegensatz zu Kinski – hat seine Gegner verbal (per Gleichnissprache) souverän in die Schranken gewiesen, ohne sie niederzubrüllen. Kinskis innere Qual wird sichtbar, Liebe verströmt er allerdings nicht. Froh ist sein Gesicht (leider) auch nicht. Es ist wohl dieser offensichtliche Widerspruch zwischen dieser Ausstrahlung Kinskis und den von ihm zitierten Worten Jesu (mit denen er vorgibt, sich zu identifizieren), der Zuhörer zum Widerspruch reizt. Deshalb erntet Kinskis Vortrag solchen Widerspruch. Das Zitieren der Worte Jesu von Wahrheit und Liebe allein überzeugt eben nicht. Es ist immer nur die gelebte Wahrheit, die überzeugend ist. „Halt's Maul! Ihr alten Säue! Scheißgesindel!Du dummes Schwein! Du Idiot! war nicht die Redeweise Jesu (wohl aber Kinskis) Jesus war auch per se kein Aufwiegler. Es war seine Botschaft an sich („Schwert der Wahrheit“ „Feuer der Liebe“), die unbequem und aufrüttelnd war, dadurch Anstoß erregte und die Spreu vom Weizen trennt...

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  3. Ich gebe dir recht, Jesus hätte niemanden verdroschen oder beschimpft - sehr guter Kommentar!

    Trotzdem mag ich Kinskis Ausraster wegen ihres hohen Unterhaltungswerts, mann kann spekulieren ob er seiner Zeit voraus war - heut zu tage könnte er das nicht mehr bringen weil es jeder daneben fände, egal was er sonst zu sagen hat.

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