Dienstag, 18. Oktober 2011

Kaum hat die Revolution begonnen werden die Libertären zu schmollenden Spaßbremsen

Hallo liebe Lesende,

vergangenen Samstag den 15.10.2011 hat sich in allen größeren Städten, wohlgemerkt in der gesamten westlich dominierten Welt, die seit langem überfällige Protestbewegung auf der Straße manifestiert. Auch in Nürnberg trafen sich mehrere Gruppen vor der Lorenzkirche um gegen die undemokratischen Zustände in unserem Land, gegen die Bankenrettung und die damit verbundene breite Enteignung der deutschen Steuerzahler zu protestieren. Aufgerufen zu der Aktion haben Occupy Nürnberg, Echte Demokratie Jetzt und New European Resistance (Nürnberger Lichter Treff).

Trotz einer breiten Masse an Gegenveranstaltungen (Der 1.FCN spielte zeitgleich, die Müllabfuhr und andere Behörden hatten Tag der offenen Tür, ebenso fand zeitgleich eine Demonstration des Sozialforums gegen die Preiserhöhung der VAG statt) trafen sich ca. einhundert Menschen unter dem Banner der Occupy-Bewegung. Die Gruppe war gut durch gemischt, vornehmlich Junge sowie einige verstreute ältere Mitmenschen, der Anteil von Männern und Frauen hielt sich in etwa die Waage, anwesend waren auch einige ausländische Mitbürger die z.B. auf die Ausbeutung Südamerikas aufmerksam machten. Was mich persönlich sehr stutzig machte, war eine Gruppe von Iranern die sich am Rande der Veranstaltung dazu drängelten um die "Befreiung" des Irans zu fordern und auf Menschenrechtsverletzungen durch das derzeitige Regime hinzuweisen.

Viele der Anwesenden hatten nicht im geringsten eine Vorstellung davon wie denn die Dinge gegen die man Protestiert zu ändern wären, lediglich die liebenswerten Hippies von der "New European Resistance" waren mit Schildern ausgestattet auf denen Sie kostenlose Umarmungen versprachen - Liebe ist schon mal ein guter Lösungsansatz!
Dennoch befand sich der Eine oder Andere gut aufgeklärte Bürger unter den versammelten, ich konnte unter anderem ein kurzes Gespräch über die "BRD GmbH" führen. Leider sah ich keine Vertreter der Libertären gesinnung und auch keine Fähnchen auf denen "Partei der Vernunft" stand. Diesen Umstand finde ich sehr schade, da ich persönlich Anarchist bin und somit die politischen Ansichten der Liertären den meinen ziemlich nahe kommen - ich will eben einfach meine Freiheit und niemand hat mir irgendwelche Befehle zu geben!!!

Nun kommen wir zu dem Punkt der dem Artikel zu seiner Überschrift verhalf. Das fehlen der libertären Kräfte ist dadurch erklärt das ihre führenden Idole wie beispielsweise Oliver Janich (PDV) oder Alexander Benesch (Infokrieg.tv) von der Teilnahme an der Occupy-Bewegung abraten. Janich redet in seinem Artikel oberlehrerhaft über die "künstliche Opposition der NWO", kurz und unwesentlich zusammengefasst: George Soros - Tavistok - pöser pöser Sozialismus. Das ist meiner Meinung nach ein Fehler, denn diese neue Bewegung ist sehr populär in einer Gesellschaft die aus Popkultur besteht.

Mal ehrlich, das die Eliten versuchen werden die Bewegung zu lenken war doch vorher klar. Aber längst nicht alle sind so doof das sie das nicht durchschauen. Anstatt konstruktiv mit zu mischen und Boden zu gewinnen stellt man sich mal wieder schmollend in die Ecke und sagt: "Wir habens wiedermal besser gewusst, die übliche Verschwörung gegen den armen kleinen Kapitalismus eben - und überhaupt, wer die österreicheische Schule nicht kennt darf sowieso nicht mitreden weil ungebildet." Sodann jammert man darüber das man als "neokapitalistisch" diffamiert wird.

Eine nicht ganz geringe Gruppe die am Samstag an der Demo teilnahmen waren allein erziehende Mütter, eine der Gesellschaftsgruppen die von HartzIV abhängig sind und somit zu den 20% der deutschen Bevölkerung zählen die an der Armutsgrenze leben. Einige von denen waren sehr engagiert in Sachen "Bedingungsloses Grundeinkommen" - für Frauen bedeutet Freiheit vor allem das sie sich keine Sorgen um sich und ihr Kind machen müssen. Das ist wohl einer der Gründe dafür warum das Bedingungslose Grundeinkommen bei den Protestlern total Populär ist, während der Kapitalismus dagegen total unpopulär ist und auch die PDV unpopulär wäre, wenn sie denn jemand dort kennen würde! (meine sowie Manuels persönliche Meinung zum BGE)

In meinen Augen ist es unverzichtbar das die PDV sich viel mehr mit den Sozialen Problemen auseinandersetzt um den Leuten in der Hinsicht eine Lösung anzubieten. Jedesmal wenn Alexander Benesch in seiner TV-Show auf das Grundeinkommen angesprochen wird, laviert er sich geschickt wie ein Spitzenpolitiker aus der Affaire in dem er die libertären Grundsätze wiederholt und die Antwort auf die eigentliche Frage umgeht - das kommt alles andere als "Souverän" rüber o.k. Mann muß über soziale Grundsicherung reden - immerhin ist Sie ein Menschenrecht - mann muss über Bafög (Bildung als Bürgerrecht und Bürgerpflicht)  reden, über Renten und Sozialsysteme und man braucht einen Lösungsansatz der das Zeug hat populär zu werden, da man ansonsten die nächsten zehn Jahre in der Bedeutungslosigkeit dahin dämmert! Der Hauptgrund für mein nicht erbrachtes Engagement der PDV gegenüber ist das scheinbar fehlende soziale Gewissen dieser Partei!

Ich finde es zudem nicht fair von Janich Wolfram Siener so scharf anzugreifen und ihm jedes Wort im Mund herum zu drehen, ich meine der Typ ist erst 20, für die Leitmedien eine Möglichkeit den Eindruck zu erwecken es handle sich fornehmlich um junge Leute in der Bewegung. Ich denke nicht nur ich habe den Subjektiven eindruck das sowohl Benesch als auch Janich unter einer Sozialismus/Kommunismus-Phobie leiden und jeden der irgendetwas Soziales fordert gleich in diese Ecke stellen. Ich habe die Infokrieg Sendung vom 12.10. gesehen, dabei hatte Siener etwas wichtiges gesagt, nämlich das die Bewegung basisdemokratisch ist und man durchaus über Alles miteinander reden könne (Auch wenn ich schon mitbekommen habe das die libertären Vorderungen auf dem Occupy-Wiki wieder gelöscht wurden). Meiner Meinung nach besteht eine Möglichkeit das echte Demokratie aus dieser Bewegung geboren wird. Deshalb würde ich sagen probieren wir es, lasst uns als libertäre teilnehmen an dieser Bewegung, drängen wir uns mit hinein und versuchen etwas zum Positiven zu verändern anstatt von vornherein zu sagen: "alles doof". Falls auf dem Wege der Diskussion mit den pösen "Sozialisten" nichts erreicht wird kann man sich medienwirksam von der Bewegung abspalten und eine reelle Opposition aufbauen! Fakt ist, eine Bewegung die sich 99% auf die Fahnen schreibt wird niemals libertär werden, dennoch sollten die libertären Teil dieser Bewegung sein.
Für den Fall das das Schreckensszenario einer Sozialistischen EUDSSR dann tatsächlich eintritt hat man immer noch die Möglichkeit sich nach der UN-Resulution /56 /83 zu einer natürlichen Person zu erklären und in staatliche Selbstverwaltung zu gehen (Peter Frühwald bietet dies als Dienstleistung an). Natürlich sollte man das Ticket für die Flucht ins Südamerikanische Exil immer griffbereit rumliegen haben und auch den Antrag auf Asyl für politisch Verfolgte immer in der Tasche tragen - mit anderen Worten, wer schlau ist weiß wann er abhauen muss, soviel noch dazu, aber bis dahin bleibt mir nur der Kampf hier in der Heimat!

Hier noch ein sehr gelungenes Video von dem Youtuber VoodooPanz über die Occupy-Bewegung in Köln, man sieht denke ich sehr gut anhand der Schilder und Transparente das einige Leute darunter sind die etwas verstanden haben (leider will VoodooPanz nicht eingebettet werden). Ein Video über die Aktion in Nürnberg ist bereits in Arbeit und wird demnächst auf diesem Blog veröffentlicht.

Im übrigen werden negative Auslassungen in der Kommentarsektion betreffend meiner Rechtschreibung nicht dazu führen das Selbige sich verbessert, also lasst es bleiben ;-)

Autor: Stefan (Sockeloco Infotainment)

Quellen im Text verlinkt.


Kommentare:

  1. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

    AntwortenLöschen
  2. ich bin auch libertär und ich war in frankfurt.
    ich kann nur jedem raten zu den demos zu gehen wohlwissend, dass sie gesteuert sind. wir wissen es besser, deshalb müssen wir die leute vor ort aufklären, denn was bringt es wenn wir gleichgesinnten nur unter uns bleiben, während wir die noch unentschlossen masse der demonstranten, den großen VERführern von Occupy und Attac überlassen...
    Hier mein Artikel dazu:
    http://wakeupgermany-macbeth.blogspot.com/2011/10/infiltrate-occupy-warum-wir-trotzdem.html

    AntwortenLöschen
  3. Die Libertären werden bei Occupy leider nicht gern gesehen, sondern oft sogar beschimpft Speziell bei den Frankfurtern! Wer nicht will der hat schon... Ich will aber von den Occupy Leuten dann auch kein Gejammer hören wenn dann auch die beteiligten als letztes checken dass sie benutzt wurden. Mittlerweile nach Monaten sollte jedem halbwegs informierten klar sein was er davon zu halten hat.

    AntwortenLöschen